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6

So verstrichen die letzten Wochen vor dem langersehnten Schulanfang. Mit meinem Onkel zusammenzuleben lief perfekt und ich f?hlte mich richtig wohl und auch in meinem Freundeskreis fand ich immer mehr einen festen Platz, auch wenn das hie?, dass ich ab und zu eine von ihren komischen Mutproben machen musste, die aber jeder von uns einmal zu absolvieren hatte. Ich machte sie anfangs wiederwillig, doch ich wollte dazugeh?ren und so fand ich mittlerweile meinen Spa? daran. Einmal sollte ich eine Tafel Schokolade in einem Supermarkt klauen und ein anderes Mal musste ich ?ber eine gesperrte Br?cke klettern. Die Gro?en hatten Spa? daran, sich immer wieder etwas einfallen zu lassen, was sie die Kleinen machen lassen konnten. So sollten wir zum Beispiel einen Polizisten nach einer Zigarette fragen, welcher uns daraufhin ansah als h?tte er nicht verstanden was wir gesagt hatten, meinte wir w?ren doch nicht einmal in der Schule und fragte uns wo denn unsere Eltern seien. Daraufhin sind wir davon gelaufen und er hat und kopfsch?ttelnd hinterhergesehen.
Wir bekamen nie von irgendwem ?rger und wurden nie erwischt, wenn wir diese Mutproben durchf?hrten. Manchmal glaubte ich, dass alle Menschen in dieser Stadt blind seien oder nur Augen f?r sich und ihr eigenes Leben hatten. Wie kann man nur so ignorant sein? Ich meine, im Grunde geht es doch alle was an, was die Generation der Zukunft macht. Ihre Kinder k?nnten genauso dabei sein. Wenn einer der 5.-Kl?ssler wieder ein Fahrrad klaut, weil er meint er habe seins nun lange genug, gehen die Menschen die ihn dabei beobachten, wie der das Schloss aufbringt gleichg?ltig an ihm vorbei und gr??en ihn vielleicht noch mit einem L?cheln. Sie w?rden ja doch nur etwas unternehmen, wenn es ihr Eigentum w?re. Einfach r?cksichtslos und egoistisch sind sie alle, sind wir alle.
An den letzten Tagen vor Schulbeginn, bekam ich langsam Panik. Es waren nur noch vier Tage bis ich das erste Mal zu Schule gehen durfte und meine Eltern waren immer noch nicht da. Wo blieben sie solange? Hatten sie meine Einschulung vergessen, ihr versprechen an mich vergessen, dass sie fr?h genug wieder zur?ck sein w?rden? Jeden Tag fragte ich meinen Onkel, wann sie endlich nach Hause k?men, aber er wusste es selber nicht und konnte sie auch nicht unter der Nummer erreichen, die sie zur?ck gelassen hatte. Langsam machten wir uns Sorgen um sie, dass ihnen vielleicht etwas zugesto?en sein k?nnte, aber wir konnten nichts in Erfahrung bringen. Die N?chte schlief ich sehr unruhig und weinte oft im Schlaf. Zuf?llig hatte ich im Keller eine Zuckert?te gesehen, die mein Onkel wohl f?r mich besorgt hatte, mit ganz niedliches Kaninchen und Pferden darauf. War er sich denn sicher, dass meine Eltern nicht mehr kommen w?rden um mir selber eine zu schenken? Oder wollte er mir gerne eine von sich aus schenken, zus?tzlich zu der meiner Eltern? W?rden mir meine Eltern ?berhaupt eine Zuckert?te schenken, wenn sie fr?h genug wieder zur?ck k?men? Eigentlich kannte ich meine Eltern gut genug, um zu wissen, dass sie mich nicht mit teuren S??igkeiten abf?llen w?rden, aber andererseits hatte ich noch nie Einschulung und das w?rde auch das einzige Mal sein, daher konnte es ja sein, dass sie bei so einem besonderen Anlass mal eine Ausnahmen machten. Aber zu gro?e Hoffnungen machte ich mir nicht, schon gar nicht wenn sie bis Mittwoch nicht auftauchen w?rden.
Am Mittwoch stand ich fr?h auf, da ich sowieso fast nicht schlafen konnte und setzte mich and das Fenster, durch das man alle beobachten konnte, die Haus betraten oder verlie?en. Dort sa? ich nun und guckte im F?nfminutentakt auf die Uhr. Der Zeiger ging qu?lend langsam voran und ich sah viele Menschen ein und aus gehen. Doch meine Eltern konnte ich nicht erblicken. Ein ?ltere Dame, die im Erdgeschoss wohnte sah mich als sie grade vom Br?tchenholen nach Hause kam, da oben sitzen und winkte mir freundlich zu. Doch etwas merkw?rdig guckte sie schon als sie ein paar Stunden sp?ter zusammen mit ihrem Mann das Haus verlie? und mich immer noch dort sitzen sah.
Als mein Onkel bemerkte, dass ich dort wie angewurzelt sa? und mich den ganzen Tag nicht von der Stelle bewegte, machte er sich Sorgen um mich. Ihm war ja klar warum ich dort sa? und er versuchte auch gar nicht mich mit dummen Worten zu beruhigen und dort wegzulocken. Stattdessen brachte er mir etwas zu Essen und zu Trinken und setzte sich eine Weile zu mir, bis er zur Arbeit musste.
So sa? ich da den ganzen Tag. Ich reagierte weder auf das Klingeln an der T?r, als der Postbote ein Packet bringe wollte, noch ging ich ans Telefon. Mir war bewusste, dass es meine Elter sein konnten, die vielleicht sagen wollten, dass sie in zwei Stunden zu Hause sein w?rden oder erst in drei Wochen wiederkommen w?rden. Doch solange ich sie nicht den Hauseingang passieren sah, war mir alles egal. Auch als mein Onkel wiederkam und die Sonne irgendwann unterging und ich nicht mehr erkennen konnte, wer es war der dort unter dem Fenster das Haus betrat, blieb ich stur sitzen. Weinen konnte ich nicht mehr. Ich hatte das Gef?hl, als h?tte ich alle Tr?nen, die ein Mensch in seinem Leben weinen darf schon verweint.
Ich muss gestehen, einmal bin ich von meinem Wachtposten am Fenster gewichen. Doch das war, als mein Onkel noch nicht wieder zu Hause war und ich mal ganz dringend auf Toilette musste. Und ich habe mich auch besonders beeilt, so dass ich nicht mal gesp?lt habe und das H?ndewaschen habe ich mir auch gespart. Ich wollte ja meine Eltern nicht verpassen, wenn sie endlich wiederkamen. Doch so sa? ich dort und wartete und wartete, beobachtete Menschen und Uhrenzeiger bis ich wohl irgendwann einschlief. Mein Onkel trug mich dann wohl in mein Bett und hatte mir auch meinen Schlafanzug angezogen, denn als ich wieder wach wurde, lag ich, an meinen Pl?schhund gekuschelt in meinem Bett und f?hlte mich pl?tzlich pudelwohl. Ohne auch nur noch einen Gedanken an meine Eltern zu verschwenden schlief ich wieder ein und Tr?umte den Traum den ich schon so oft getr?umt hatte.
1.10.06 23:18





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